Ethik
Europäisches Institut für angewandte Ethik
Der Begriff ,,Ethik´´ entstammt dem altgriechischen ,,ÈTHIKÈ´´. Ethik wird als die ,,praktische Philosophie´´ bezeichnet, da sie sich mit dem menschlichen Handeln befasst, im gegensatz zur theoretischen Philosophie. Die von Aristoteles eingeführte eigenständige philosophische Disziplin Ethik, beschäftigt sich als wissenschaftliche Erkenntnislehre mit den Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen des Menschen. Für Aristoteles war es eine philosophische Disziplin, die den gesamten Bereich menschlichen Handelns zum Gegenstand hat. Sie ist somit die Grundlagendisziplin der Angewandten Ethik, die sich als Individualethik und Sozialethik mit den normativen Problemen des menschlichen Lebensbereiches befasst. Ethik baut als philosophische Disziplin allein auf das Prinzip der Vernunft.
Ziele der Ethik
Die Ethik ist von ihrer Zielsetzung her eine praktische Wissenschaft. Es geht nicht um ein Wissen um seiner selbst willen ,, Theorie´´, sondern um ein verantwortbare Praxis. Sie soll dem Menschen in einer immer unüberschaubarer werdenden Welt, Hilfe für seine täglichen Entscheidungen liefern. Ziel der Ethik ist die Bildung einer praktischen Urteilkraft, die sich immer wieder auf neue Situationen und Lebenslagen aufgrund der aufgestellten Prinzipien anwenden lässt. Damit spielt für eine richtige Entscheidung, neben der Kenntnis allgemeiner Prinzipien die Schulung der Urteilskraft und Unterscheidungskraft im Einsatz praktischer Erfahrung eine wichtige Rolle.
Im Grunde geht es um die Frage: ´´ Wie soll ich handeln´´? Daher wird in der Mythologie der Mensch dargestellt als Herakles am Scheidewege.
Negative Gedanken und Gefühle, blockieren unser elementarstes Streben, nämlich Glück zu erlangen und Leid zu vermeiden. Wenn wir unter ihrem Einfluss handeln, werden wir blind für ihre Auswirkungen die sie auf andere haben, und somit sind sie die Wurzel unseres destruktiven Verhaltens, sowohl was andere, als auch was uns selbst betrifft. Morde, Skandalgeschichten und Betrügereien: sie alle entstehen aus blockierenden Gefühlen heraus. Darum sage ich, dass der undisziplinierte Geist, also der Geist, der unter dem Einfluss von Wut, Haß, Gier, Stolz, Egoismus etc. steht, die Quelle all jener Probleme ist. Seine Heiligkeit der XIV Dalai Lama
Das Ziel des menschlichen Handelns
Im Mittelpunkt der Ethik steht der Begriff der Handlung. Denn mit jeder Handlung wird eine von einer Person verursachte Veränderung des Zustandes der Welt herbeigeführt. Es kann eine in Raum und Zeit beobachtbare Veränderung sein, oder eine innere mentale Veränderung. Die Wirkung von äußeren Einflüssen und auf welche Art und Weise man ihnen begegnet, kann in weiterem Sinne als Handlung bezeichnet werden.
Jedes menschliche Wesen strebt nach Glück. Nach Platon und Aristoteles ist Glück die Folge der Verwirklichung, die als Ziel oder TELOS im Wesen des Menschen angelegt ist !!!
Der Sinn menschlichen Handelns
Das Wort ,,Sinn´´ bezeichnet grundsätzlich die Qualität von etwas, das dieses verstehbar macht. Wir verstehen etwas dadurch, indem wir erkennen, worauf es hingeordnet ist. Letztendlich wozu es dient. Der Sinn nach dem Ziel oder Zweck von etwas. Auch der Sinn einer Handlung oder gar des ganzen Lebens kann nur beantwortet werden, wenn die Frage nach seinem Ziel geklärt ist. Ein menschliches Leben ist dann sinnvoll, wenn es auf dieses Ziel hin ausgerichtet ist.
Der eigentliche Sinn unseres Lebens besteht im Streben nach Glück. An welche Religion man auch glaubt, jeder hält Ausschau nach etwas Besserem im Leben. Ich glaube, dass Glück durch die Schulung des Geistes erlangt werden kann. Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama
Das Gute
Als Adjektiv bezeichnet das Wort ,,gut´´ generell die Hinordnung eines ,, Gegenstandes auf eine bestimmte Funktion oder einen bestimmten Zweck und wenn es diesen Zweck erfüllt. Analog spricht man von einem ,,guten Arzt´´, wenn er in der Lage ist, seine Patienten zu heilen. Ein ,, guter Mensch´´ ist demnach jemand, der in seinem Leben auf das hin ausgerichtet ist, was das Menschsein ausmacht, also dem menschlichen Wesen, oder besser gesagt was seiner wahren Natur entspricht.
Wert
Der Wertebegriff weist große Ähnlichkeiten mit dem Begriff des Guten auf. Er wird wie dieser grundsätzlich, in einer objektiven (Wert bestimmter Güter) und einer subjektiven Variante (was mir wertvoll ist z.B. Treue, Gerechtigkeit etc.) verwendet. Dem Wertbegriff kommt allerdings eine stärkere gesellschaftliche Bedingtheit zu. So spricht man von einem ,, Wertewandel´´, wenn man ausrücken will, dass sich bestimmte, in einer Gesellschaft akzeptierte Handlungsnormen im Verlauf der Zeit verändert haben. Damit meint man in der Regel nicht, dass das, was früher gut gehalten wurde, nun ,, tatsächlich´´ nicht mehr gut sei, sondern nur dass sich das allgemeine Urteil darüber geändert habe.
Tugend
Die Leistung der ethischen Tugenden besteht vor allem darin, im Menschen eine Einheit von sinnvollem Strebevermögen und sittlicher Erkenntnis zu bewirken. Wir bezeichnen einen Menschen erst dann als gut, wenn er zur inneren Einheit mit sich selbst gekommen ist und das als richtig Erkannte voll bejaht. Dies ist nach Aristoteles nur durch eine Integration der Gefühle durch die ethischen Tugenden möglich. Ungeordnete Gefühle verfälschen das sittliche Urteil. Das Ziel der Einheit von Vernunft und Gefühl führt über eine bloße Ethik der richtigen Entscheidung hinaus. Es kommt nicht nur darauf an, was wir tun, sondern auch wer wir sind. Tugend setzt neben Erkenntnis eine Gewöhnung voraus, die durch Erziehung und soziale Praxis erreicht wird. Die wichtigste Rolle kommt dabei der Tugend der Klugheit zu. Ihr obliegt es, die rechte ,, Mitte´´ zwischen den Extremen zu finden und sich für die optimale Lösung zu entscheiden.
Demnach ist das Ziel der Ethik eine Wissenschaft zu schaffen, die den Rahmen für eine Schulung der Unterscheidungskraft und Urteilkraft bildet. Durch diese Schulung wird das wahre Ziel und Glück des Menschen offenbart, das in seinem eigenen Wesen angelegt ist. Also in ihm selbst liegt. Dadurch erhält sein Dasein einen wahrhaftigen Sinn. Das Gute in ihm kommt zur vollen Entwicklung, da seine Handlungen seiner wahren Natur entsprechen. Ein solcher Mensch handelt im Rahmen ethischer Grundlagen und ist ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft und schließlich der Gesellschaft.
Die durch die Ethik herbeigeführte Selbsterkenntnis, befähigt den Menschen seiner wahren Bestimmung zu folgen und dem Anliegen der Ethik, dessen Wurzel letztlich in der Liebe hat zu folgen.
Die Aufforderung Christi an alle Menschen,aller Religionen:
,, Liebe deinen Nächsten wie dich selbst´´ , sind wahrlich ethische Worte und offenbaren ein wichtiges kosmisches Naturgesetz !!!

